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Petersdorf

Erste Erwähnung:1365
Einwohner 1939:252
Fläche:447 ha
Landkreis:Mährisch Trübau
tschech. Name:Petrušov
Karte Schönhengstgau x
Petersdorf

Ortsansicht Die Petersdorfer waren meist in der Landwirtschaft tätig. Viele bewirtschafteten Pachtäcker von Triebendorfer oder Altstädter Bauern. Einige waren im Sägewerk oder als Waldarbeiter tätig, andere verdienten außerhalb als Maurer oder Handwerksgesellen. Haupteinnahmequelle war die Milch, die täglich in der Genossenschaftsmolkerei in Triebendorf abgeliefert wurde. Das Leben war anspruchslos und größere Einkäufe, etwa im nächstgelegenen Kaufladen in Neustift, wurden selten getätigt.

Kapelle In der 1888 erbauten Kapelle, die den Aposteln Petrus und Paulus geweiht war, las der Triebendorfer Seelsorger an besonderen Tagen die Messe. Eine zweiklassige Volksschule besaß die Gemeinde seit 1920. Die 1894 gegründete Freiwillige Feuerwehr hatte beim Haus Nr. 15 ein Gerätelager und seit 1935 eine Motorspritze. Der 1919 ins Leben gerufene Männergesangsverein "Echo" musste sein Wirken wieder einstellen, weil kein geeigneter Chormeister verfügbar war.

Nach dem Chronisten taucht Petersdorf urkundlich erstmals im Jahr 1365 auf, unter dem Namen Peterusdorf oder Petrussendorf. 1408 wurden die Bewohner vom Anfalls- oder Heimfallrecht befreit, ihre Besitzungen fielen also nach dem Tode nicht mehr dem Grundherrn zu, sondern konnten frei vererbt werden. 1464 erscheint Petersdorf noch einmal urkundlich, findet sich 1548 aber als Ödung ausgewiesen und war vermutlich in den Hussitenkriegen zerstört worden.

Gemeindeamt und Schule Im Jahre 1708 ließ Fürst Johann Adam von Liechtenstein , damaliger Grundherr der Herrschaft Trübau, die Ortschaft neu anlegen. Bis zum Jahr 1720 besaß das Dorf 34 Häuser, der Oberort entstand um 1770. In einer aus dem Jahr 1715 stammende Bittschrift an den Grundherrn zeigen die Bewohner an, dass sie "in dem wüsten Petersgrund vor 7 Jahren ein Dörflein erbauet haben, welcher Ort an die 300 Jahr ist wüst und öd gestanden." Sie beschweren sich, daß verschiedene Zusagen, die man ihnen gemacht habe, nicht eingehalten worden seien und sie, obwohl in der Ackermaß ungleich, doch zu gleichen Teilen zinsen sollten. Dieses, "umb Gottes Willen fußfallend Bitten" wurde allerdings von der "allergnädigsten Grundobrigkeit" abschlägig beschieden. Woher die neuen Siedler kamen ist unbekannt, aber aus den Namen lässt sich entnehmen, dass sie wohl nicht aus den umliegenden Dörfern stammten.

Neben der Landwirtschaft betrieben die Petersdorfer wie alle Schönhengster im 19. Jahrhundert die Hausweberei. Die Arbeit in den Sandsteinbrüchen am Sauberg und auch im Kühgraben, wo um das Jahr 1800 noch im offenen Tagbau Alaun gegraben worden war, kam um die Jahrhundertwende zum Erliegen. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges konnte noch der Straßenbau nach Altstadt in Angriff genommen werden.

[FZ-01]